Mobbing und Stress macht viele Arbeitnehmer krank…
Fast jeder vierte Beschäftigte in der Europäischen Union leidet einer Studie zufolge unter arbeitsbedingtem Stress. Häufigste Auslöser seien unsichere Arbeitsverhältnisse, hoher Termindruck, unflexible und lange Arbeitszeiten, Mobbing sowie die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie, heißt es in einer Untersuchung der Europäischen Beobachtungsstelle für berufsbedingte Risiken im spanischen Bilbao.
Stress am Arbeitsplatz kann jeden Arbeitnehmer in jeder Position treffen. Er kann in in Unternehmen jeder Branche und jeder Größe auftreten. Stress beeinträchtigt die Gesundheit und Sicherheit von einzelnen Arbeitnehmern, wirkt sich aber auch negativ auf Unternehmen und die Volkswirtschaft aus.
Stress ist das zweithäufigste arbeitsbedingte Gesundheitsproblem und betraf im Jahr 2005 22% aller Arbeitnehmer der EU-27.
Die Anzahl der Arbeitnehmer, die unter arbeitsbedingtem Stress oder solchem, der durch die Arbeitsbedingungen verschlimmert wird, leiden, wird wahrscheinlich weiter steigen. Die Veränderungen der Arbeitswelt stellen erhöhte Anforderungen an die Arbeitnehmer. Stellenabbau und Auslagerungen fordern eine größere Flexibilität hinsichtlich der Funktionen und Fähigkeiten, was zu einem vermehrten Einsatz von zeitlich befristeten Verträgen, zu höherer Arbeitsplatzunsicherheit und Arbeitsintensivierung (mit einer höheren Arbeitslast und mehr Druck) sowie einer schlechten Ausgewogenheit zwischen Arbeits- und Privatleben führt.
Neue Technologien, Materialien und Arbeitsprozesse bringen der Studie zufolge Risiken mit sich. So führe die Informationsflut durch neue Kommunikationstechnologien bei einer steigenden Zahl von Beschäftigten zu gesundheitlichen Problemen.
Gewalt und Mobbing am Arbeitsplatz treten laut der Untersuchung besonders im Gesundheits- und Dienstleistungsbereich auf. Sinkende Selbstachtung, Angstzustände und Depressionen könnten die Folge sein.
Erfreulich ist, dass mit arbeitsbedingtem Stress auf dieselbe logische und systematische Art und Weise umgegangen werden kann wie mit anderen Problemen im Bereich der Gesundheit und Sicherheit. In der EU finden sich unzählige praktische Beispiele für den Umgang mit Stress. Durch den richtigen Ansatz können Arbeitnehmer vor Stress geschützt werden.
In jeder Firma, in jeder Position
Die Beobachtungsstelle geht davon aus, dass die Zahl der Betroffenen weiter zunehmen wird. Damit sei berufsbedingter Stress eine der größten Herausforderungen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Europa. Stress am Arbeitsplatz könne jeden Beschäftigten in jeder Position treffen und in Unternehmen jeder Branche und Größe auftreten. Eine ständige Überwachung und Verbesserung der psychosozialen Arbeitsumgebung sei notwendig, damit hochwertige Arbeitsplätze geschaffen würden und die Mitarbeiter gesund blieben, erklärte Jukka Takala, Direktor der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz.
Definition und Ursachen
Menschen leiden unter Stress, wenn sie wahrnehmen, dass zwischen den Anforderungen, die an sie gestellt werden, und den Mitteln, die ihnen zur Bewältigung dieser Anforderungen zur Verfügung stehen, ein Ungleichgewicht besteht. Stress ist zwar eine psychologische Belastung, dennoch kann er sich auch auf die körperliche Gesundheit auswirken.
Verbreitete Faktoren in Zusammenhang mit arbeitsbedingtem Stress sind beispielsweise mangelnde Kontrolle über die Arbeit, unangemessene Anforderungen an Arbeitnehmer und fehlende Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten.
Stress entsteht durch eine fehlende Harmonie zwischen uns und unserer Arbeit, durch mangelhafte Beziehungen und psychologische oder physische Gewalt am Arbeitsplatz. Auch Konflikte zwischen unseren Rollen im Arbeits- und Privatleben sind daran beteiligt.
Menschen reagieren in unterschiedlicher Weise auf dieselben Umstände. Einige Menschen können besser mit hohen Anforderungen umgehen als andere. Wichtig dabei ist die subjektive Einschätzung der Situation durch den Einzelnen. Es ist nicht möglich, allein durch die Situation abzuleiten, welche Menge an Stress diese verursachen wird.
Kurzfristiger Stress, z. B. wenn ein Termin eingehalten werden muss, stellt in der Regel kein Problem dar. Er kann im Gegenteil sogar zur maximalen Ausschöpfung des Potenzials beitragen. Stress wird zu einem Risiko für Sicherheit und Gesundheit, wenn er über einen längeren Zeitraum anhält.
Symptome von arbeitsbedingtem Stress
Stress kann die Empfindungen, die Denkweise und das Verhalten von Menschen ändern. Zu den Symptomen gehören folgende:
Auf Unternehmensebene:
Fehlzeiten, hohe Fluktuation, Überschreitung von Fristen, Disziplinarprobleme, Belästigung, verringerte Produktivität, Unfälle, Fehler und erhöhte Kosten für Ausgleichszahlungen oder die Gesundheitsversorgung.
Beim einzelnen Mitarbeiter:
Emotionale Reaktionen (Reizbarkeit, Angstzustände, Schlafprobleme, Depressionen, Hypochondrie, Entfremdung, Burnout, familiäre Probleme);
kognitive Reaktionen (Schwierigkeiten mit der Konzentration, dem Erinnerungsvermögen, der Lernfähigkeit und der Entscheidungsfindung); Verhaltensreaktionen (Missbrauch von Drogen, Alkohol und Tabak; destruktives Verhalten); und körperliche Reaktionen (Rückenprobleme, geschwächte Immunabwehr, Magengeschwüre, Herzstörungen, Bluthochdruck).
Quelle:
Weitere Informationen zu Mobbing (Made in Berlin-This website provides information on legislation, legal support, clinics/ doctors, literature etc. referring to bullying. It is a private initiative): www.mobbing-web.de
Rechtshilfe und Rechtsanwälte: www.mobbing-rechtshilfe.de
Gesichter und Stimmen gegen Mobbing von Politiker in Deutschland: www.mobbing-web.de/
BAKI-MEINE SCHULE Bürgerinitiative in Bremen: www.bakischule.de
www.mobbing-web.de gehört zu den 6000 wichtigsten deutschen Internet-Adressen:

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