Einstellungen der Öffentlichkeit zu Diskriminierung und Gleichstellung

Eine europaweite Umfrage hat gezeigt, dass die Meinung herrscht, Diskriminierung aufgrund von Alter oder Behinderung nehme zu. Die Umfrageteilnehmer meinten auch, dass die jüngste Rezession zu mehr Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt führen kann.

Die Eurobarometer-Umfrage untersuchte Einstellungen zum Thema Diskriminierung in der EU im Jahr 2009.

Ungefähr jeder Sechste gibt an, im abgelaufenen Jahr in irgendeiner Form wegen seines Geschlechts, einer Behinderung, seiner ethnischen Herkunft, seines Alters, seiner sexuellen Ausrichtung, seiner Religion oder Weltanschauung in irgendeiner Form diskriminiert oder belästigt worden zu sein.

Wie schon im Jahr 2008, als eine ähnliche Umfrage durchgeführt wurde, war das Alter der am häufigsten genannte Diskriminierungsgrund: 6 % der Befragten gaben an, dass dies für sie ein Problem bedeutete.

Es hat einen starken Anstieg der gefühlten Diskriminierung aufgrund des Alters oder einer Behinderung gegeben. 2009 sagten 58 % der Befragten, die Diskriminierung aufgrund des Alters sei weit verbreitet, während dies im Jahr 2008 nur 42 % der Befragten angaben. Für die Diskriminierung aufgrund einer Behinderung liegt die Zahl bei 53 % gegenüber 45 % im Vorjahr.

Wirtschaftliche Sorgen
Die Europäer scheinen besorgt zu sein, dass die Konjunkturabschwächung unter Umständen die Ungleichheit verschärfen kann. So glauben 64 % der Befragten, dass die Rezession zu mehr Diskriminierung aufgrund des Alters auf dem Arbeitsmarkt führen wird. Ethnische Herkunft (57 %) und Behinderung (56 %) wurden ebenfalls als Hauptbereiche angegeben, in denen die Diskriminierung möglicherweise zunehmen wird.

In Zeiten wie diesen sollte eine Antidiskriminierungspolitik zum Schutz gefährdeter Gruppen in der Gesellschaft angewendet werden.

49 % der Europäer fürchten aber, dass für ihre Länder politische Maßnahmen und die Bereitstellung von Haushaltsmitteln zur Förderung von Gleichstellung und Diversität wegen der Rezession einen weniger hohen Stellenwert haben könnten. Nur etwa ein Drittel der Befragten dachte anders.

Das Engagement der Politik in Sachen Sensibilisierung für die Antidiskriminierungsgesetzgebung scheint in der Tat nachgelassen zu haben. Wie im Jahr 2008 gab nur etwa ein Drittel der Befragten an, ihre Rechte als mögliche Opfer von Diskriminierung oder Belästigung zu kennen.

Die Auffassungen darüber, ob die EU-Mitgliedstaaten genug für die Bekämpfung aller Formen von Diskriminierung tun, sind geteilt. Während 49 % meinen, dass genug getan wird, sind 44 % der gegenteiligen Auffassung.

Die Ergebnisse der Umfrage sind in den dritten europäischen Gleichstellungsgipfel eingeflossen, der im November in Stockholm stattfand.

Bekenntnis zur Gleichstellung

Seit Mitte der 70er Jahre gibt es EU-Gesetze zur Gleichbehandlung von Mann und Frau am Arbeitsplatz, und diese Gesetzgebung hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt.

1999 erhielt die EU durch Artikel 13 des Vertrags von Amsterdam neue Befugnisse zur Bekämpfung von Diskriminierungen aus Gründen der Rasse oder ethnischen Herkunft, einer Behinderung, des Alters, der sexuellen Ausrichtung, der Religion oder der Weltanschauung.

Im Jahr 2000 wurden zwei weitere EU-Richtlinien verabschiedet. Die Richtlinie zur Gleichbehandlung im Bereich der Beschäftigung schützt jeden in der EU vor Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund von Alter, Behinderung und sexueller oder religiöser Ausrichtung.

Die Richtlinie zur Gleichbehandlung ohne Unterschied der Rasse verbietet Diskriminierung aus rassischen oder ethnischen Gründen am Arbeitsplatz und in anderen Lebensbereichen wie etwa in der Bildung, bei Sozialdienstleistungen und in der Gesundheitsversorgung.

Im vergangenen Jahr stellte die Europäische Kommission ein neues Nichtdiskriminierungspaket vor, das mehr Maßnahmen zur Förderung der Gleichbehandlung in ganz Europa verspricht.

Es enthält einen Vorschlag für eine neue Gleichbehandlungsrichtlinie, die auch Diskriminierung aus Gründen des Alters, einer Behinderung, der sexuellen Ausrichtung, der Religion oder der Weltanschauung außerhalb des Beschäftigungsbereichs verbieten würde.

Diskriminierung stoppen – aber sicher!

Die Kommission führt die Kampagne „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“ durch, die in ganz Europa für die Gleichstellungsproblematik sensibilisieren soll.

Im Herbst 2009 wurden im Rahmen der Kampagne in Zypern, Luxemburg, Portugal und Schweden Tage der Vielfalt veranstaltet, die die Themen Gleichstellung und Vielfalt der breiten Öffentlichkeit nahebringen und gleichzeitig einen Einblick in die Antidiskriminierungsgesetze und den gesetzlichen Schutz der EU-Bürger geben sollten.

Im Rahmen der Kampagne wird auch alljährlich ein Journalistenpreis vergeben, mit dem Online- und Printjournalisten aus EU-Ländern geehrt werden, die zu einem besseren Verständnis der Öffentlichkeit für Fragen rund um den Themenbereich Diskriminierung und Vielfalt beigetragen haben.

In den Jahren 2004 bis 2008 hat der Lastwagen der Kampagne Städte überall in der EU besucht, um den Kampf gegen Diskriminierung zu unterstützen. Das Lastwagen-Team hat auch Musik-, Jugend- und Filmfestivals, Sportveranstaltungen und Jobmessen besucht, um den Gedanken der Vielfalt zu verbreiten.

Quelle: http://ec.europa.eu/social/

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