Psychische Krankheiten auch bei jungen ArbeitnehmerInnen auf dem Vormarsch

Zur gesundheitlichen Situation junger ArbeitnehmerInnen verwies die stell-vertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Dienstag in Berlin auf die Ergebnisse der letzten Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit für junge Beschäftigte: „Fast 80 Prozent der jungen Beschäftigten gehen zur Arbeit, auch wenn sie krank sind, und 46 Prozent unter ihnen haben sich Medikamente verschreiben lassen, um fit für die Arbeit zu sein.“ Dies verschärfe die Situation hinsichtlich einer heute veröffentlichten Gesundheits-Studie, wonach junge ArbeitnehmerInnen mehr als doppelt so häufig krankgeschrieben werden wie ihre älteren Kollegen.

Laut heute vorgestelltem DAK-Gesundheitsbericht gaben 28 Prozent der Erwerbstätigen im Alter von 35 bis 65 Jahre an, dass bei ihnen in den letzten drei Monaten Schlafprobleme wie Ein- und Durchschlafstörungen aufgetreten sind. Hierbei zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeitsqualität: Von Schlafstörungen berichten 45 Prozent derjenigen mit „schlechter Arbeit“, aber nur fünf Prozent jener mit „guter Arbeit“.
„Dass bereits junge Beschäftigte unter gesundheitlichen Beschwerden leiden, macht deutlich, dass vom ersten Arbeitstag an gute Arbeitsbedingungen und Prävention nötig sind.“

Psychische Krankheiten bei jungen ArbeitnehmerInnen sind auf dem Vormarsch. Jeder Zehnte zwischen 15 und 29 Jahren hat Schmerzen oder andere körperliche Probleme ohne organische Ursache, oft begleitet von Depressionen. Ingrid Sehrbrock: „Diese Entwicklung ist nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass unter jungen Beschäftigten der Arbeitsdruck stark zugenommen hat und sie darüber hinaus häufig von prekärer Beschäftigung betroffen sind. Junge Menschen brauchen eine Perspektive sowie stabilere und der Gesundheit förderliche Arbeitsbedingungen.“

Die Bürgerinitiative www.mobbing-web.de „Pro Fairness gegen Mobbing“ fordert daher schon lange Zeit Gewerkschaften, Bundesregierung, ASMK und LASI auf, mit verbindlichen Gesetzen und Richtlinien, ArbeitnehmerInnen vor Mobbing und psychische Krankheiten zu schützen!

Solange die Bundesregierung, die ASMK und LASI* Handlungsanleitungen alle unverbindliche für die zuständigen Arbeitsschutzbehörden und Unternehmen in Deutschland sind, wird sich wohl leider nichts für die ArbeitnehmerInnen ändern.Klaus-Dieter May
http://www.mobbing-web.de

* Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) 08.02.2011:Handlungsanleitungen alle unverbindlich!

Vorsitzender des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) 08.02.2011:

Die LV 34 „Gegen Mobbing“ entfaltet – genauso wie alle anderen 35 derzeit aktuellen Veröffentlichten LASI-Veröffentlichungen – keine Rechtsverbindlichkeit bzw. Vermutungswirkung.

LASI-Veröffentlichungen dienen als Hilfestellung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der staatlichen Arbeitsschutzverwaltungen der Länder, insbesondere zur Interpretation schwieriger bzw. rechtlich nicht eindeutiger Sachverhalte, zur beispielhaften Darstellung technischer und/ oder organisatorischer Gestaltungsmaßnahmen. In LASI-Veröffentlichungen werden u.a. abgestimmte Methoden und Verfahrensweisen für die Aufsichtstätigkeit der Länderbehörden beschrieben.

Eine direkte Rechtsverbindlichkeit gegenüber den Ländern bzw. dem Aufsichtspersonal der Länder entfalten LASI-Veröffentlichungen nicht. Jedoch erfolgt durch sie eine Koordinierung der Arbeitsschutzbehörden der Länder mit dem Ziel der Gewährleistung eines gleichwertigen Vollzugs des Arbeitsschutzrechts, die Information über die jeweiligen Arbeitsprogramme einschließlich der Durchführung gemeinsamer Schwerpunktmaßnahmen sowie die Qualitätssicherung des Verwaltungshandelns, z.B. durch Vereinbarung technischer Anforderungen und methodischer Verfahrensweisen. LASI-Veröffentlichungen sind somit ein wichtiger Bestandteil des Instrumentariums, mit dem die Arbeitsschutzbehörden der Länder ihr Verwaltungshandeln koordinieren und abstimmen.

Aus Gründen der Transparenz behördlichen Handelns und der dabei angewandten Beurteilungsmaßstäbe sind LASI-Veröffentlichungen so gestaltet, dass sie auch für Dritte verständlich sind. Sie sind öffentlich zugänglich und werden als Erkenntnisquelle für alle Arbeitsschutzakteure (Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie deren Vertretungen, Aufsichtspersonen der Unfallversicherungsträger, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte etc.) u.a. auch im Internet veröffentlicht.

Steffen Röddecke

Freie Hansestadt Bremen
Die Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales
Vorsitzender des Länderausschusses für
Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI)
Doventorscontrescarpe 172 D, 28195 Bremen

——–

www.mobbing-web.de

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Über kdm13

Homepage: http://www.kdm13.de/
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