Mobbing: Kommentar der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan

„…„starke Frauen weinen heimlich“, so lautet der Refrain in einem alten Schlager. Viele Menschen, die von Mobbing betroffenen sind, kennen diese Erfahrung. Man geht davon aus, dass rund zwei Drittel der Opfer Frauen sind, die – auch das ist interessant – oft von anderen Frauen gemobbt werden. Wie sich Mobbing äußert und was als Mobbing empfunden wird, ist von Fall zu Fall ganz unterschiedlich und hängt auch von der Sensibilität der Betroffenen ab. Mancher glaubt vielleicht zunächst an einen Zufall, wenn er von Kollegen nicht mehr gegrüßt wird oder plötzlich aus einem wichtigen Emailverteiler gestrichen wird. Vielfach wird versucht, das Opfer in die soziale Isolation zu treiben und es an seinen eigenen Wahrnehmungen zweifeln zu lassen. Oft steigert sich das Mobbingverhalten bis hin zu massiven Schikanen oder gar körperlicher Gewalt.
Mobbing existiert im Übrigen nicht nur im Berufsleben, auch in der Schule, im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft kann gemobbt werden.
Mobbing ist alles andere als ein „Kavaliersdelikt“, die Opfer erleiden vielfach schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen bis hin zu Depressionen und Suizid-Gedanken. Und auch der volkswirtschaftliche Schaden durch Mobbing ist immens. Mobbing entsteht oft durch Vorurteile – weil Menschen anders sind, eine andere Nationalität haben oder behindert sind. Hier sind wir alle gefordert. Im Grundgesetz heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ In diesem Sinne dürfen wir nicht schweigen oder wegsehen, wenn Menschen in unserer Umgebung gemobbt werden. Wir müssen erkennen, dass Vielfalt eine Gesellschaft bereichert. Lassen Sie uns nicht übereinander sondern miteinander reden. Dafür setze ich mich ein.“ Quelle: http://www.mobbing-web.de/ayguel-oezkan.php

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